2 % Ähnlichkeit, aber 21 % KI-Wert — so lesen Sie diese Kombination

Der Bericht ist zurück: 2 % Ähnlichkeit, 21 % KI-Wert. Die erste Zahl sagt, dass Ihr Text mit kaum etwas bereits Veröffentlichtem übereinstimmt; die zweite, dass das Modell Ihren Text teilweise für maschinell geschrieben hält. Beides kann gleichzeitig stimmen — die beiden Zahlen messen nämlich etwas Unterschiedliches. Auf dieser Seite lesen wir die Kombination für Sie, erklären, warum 21 % die erste Zahl ist, die im Bericht überhaupt erscheint, und geben Ihnen die Formulierungen an die Hand, mit denen Sie zu Ihrer Lehrkraft gehen können.

HumanPen-Team

· 5 Min. Lesezeit

Die kurze Antwort

Ein Ähnlichkeitswert von 2 % und ein KI-Wert von 21 % stehen nicht im Widerspruch zueinander, denn sie messen Unterschiedliches. Die Ähnlichkeitsprüfung fragt: Gleicht Ihr Text anderen veröffentlichten Texten? Der KI-Wert fragt: Wirkt Ihr Text statistisch betrachtet wie maschinell geschriebene Prosa?

Beide Antworten können gleichzeitig zutreffen: Ihr Text gleicht fast nichts (deshalb 2 % Ähnlichkeit) und liest sich in einzelnen Passagen wie maschinelle Prosa (deshalb 21 % KI-Wert). Der niedrige Ähnlichkeitswert entlastet Sie nicht beim KI-Wert — die beiden Systeme arbeiten unabhängig voneinander.

Und 21 % ist bedeutsam — aber nicht aus dem Grund, den die meisten vermuten. Es ist die erste Zahl, die im Bericht tatsächlich erscheint, anstelle eines Sternchens. Das ist eine Anzeigeregel, kein Urteil.

Wie diese Kombination in der Praxis aussieht

Die beiden Berichte beantworten zwei verschiedene Fragen, und was Sie bekommen haben, ist der klassische Fall: Studierende haben die Arbeit selbst geschrieben, aber in einem Stil, den das Modell als maschinell einstuft.

Der Ähnlichkeitsbericht vergleicht Ihren eingereichten Text mit dem Bestand an veröffentlichten Inhalten, auf den Turnitin zugreift. 2 % bedeutet: Fast nichts in diesem Bestand gleicht Ihrem Text — kein Hinweis auf abgeschrieben, aber auch kein Hinweis auf KI.

Der Bericht zum KI-Schreiben schätzt, wie viel von Ihrem Text sich wie maschinell geschriebene Prosa liest — Grundlage dafür sind statistische Merkmale des Textes. 21 % bedeutet: Das Modell hat rund ein Fünftel des ausgewerteten Textes als wahrscheinlich KI-geschrieben eingestuft.

Zwei getrennte Fragen, zwei getrennte Antworten. Das ist kein Fehler und kein Widerspruch.

Warum ein niedriger Ähnlichkeitswert Sie nicht entlastet

Die verlockende Deutung lautet: ‚Meine Ähnlichkeit liegt bei 2 %, ich habe also eindeutig nichts abgeschrieben — warum ist der KI-Wert dann hoch?' Die Antwort: Die beiden Werte sagen nichts übereinander aus.

Turnitin beschreibt den KI-Wert in der eigenen Dokumentation als unabhängig vom Ähnlichkeitswert. Das Ähnlichkeitssystem sucht nach Text, der mit bereits veröffentlichten Inhalten übereinstimmt. Das KI-System betrachtet, wie Ihre Worte gewählt sind — die statistische Form Ihrer Prosa. Ein Text kann zu 100 % originell sein (nirgends gibt es eine Übereinstimmung) und trotzdem statistisch wie maschinell Geschriebenes wirken. Originalität im Sinne des Kopierens und KI-Nähe im statistischen Sinn sind zwei verschiedene Achsen.

Ein niedriger Ähnlichkeitswert ist also kein Nachweis für „nicht KI". Er ist ein Nachweis für „nicht abgeschrieben". Beides ist nützlich, und keines von beiden ersetzt das andere.

Was 21 % wirklich bedeuten

21 % ist die erste Zahl, die tatsächlich erscheint. Und der Grund dafür ist wichtiger als die Zahl selbst.

Die Anzeigeregel von Turnitin lautet: Um mögliche Fehlalarme zu vermeiden, werden für KI-Erkennungswerte im Bereich von 1 % bis 19 % weder ein Wert noch Markierungen vergeben. Wird im Bericht KI unterhalb der Schwelle von 20 % erkannt, erscheint ein Sternchen (*%) und kein Prozentwert. Oberhalb dieser Anzeigegrenze zeigt der Bericht eine Zahl und Markierungen.

21 % ist also kein Urteil, sondern die erste sichtbare Zahl. Ein Wert von 14 % bliebe unsichtbar — als Sternchen —, ein Wert von 21 % wird als "21%" angezeigt. Der Sprung vom Sternchen zur Zahl ist eine Anzeigeregel und keine Verdopplung des Verdachts.

Genauso wichtig ist die offizielle Einordnung zu Fehlalarmen: Turnitin gibt an, die Fehlalarmrate bei Dokumenten mit mehr als 20 % KI-Text unter 1 % halten zu wollen — anders gesagt: Von 100 vollständig von Menschen geschriebenen Dokumenten könnte eines fälschlich als KI-geschrieben markiert werden. Auch in dem Bereich, in dem die Zahl überhaupt erscheint, lautet die offizielle Aussage: Etwa eines von hundert rein menschlichen Dokumenten kann markiert werden. Ein Wert von 21 % liegt in diesem Bereich — er ist ein Signal, das Sie sich ansehen sollten, und kein Urteil.

Woher die 21 % tatsächlich kommen

Die 21 % verteilen sich nicht gleichmäßig über Ihr Dokument. Sie stammen aus bestimmten Passagen.

Turnitin beschreibt das Verfahren so: Die Sätze der Einreichung werden herausgezogen und für die Vorhersageanalyse in überlappende Abschnitte unterteilt. Jeder Abschnitt erhält eine Wahrscheinlichkeit zwischen 0 und 1; jeder auswertbare Satz übernimmt den Wert des Abschnitts, in dem er liegt. Weil sich die Abschnitte überlappen, tragen manche Sätze mehrere Werte — aus ihnen wird der Prozentwert für das gesamte Dokument gebildet.

Daraus folgen zwei praktische Konsequenzen. Erstens: Die Stellen, die den Wert tragen, lassen sich benennen — wenn Ihre Lehrkraft den Bericht weitergibt, zeigen die Markierungen genau, welche Passagen das Modell für wahrscheinlich KI-generiert hält. Zweitens: Die Überarbeitung gehört an genau diese Stellen und nicht beliebig über das ganze Dokument verteilt.

Ein Vorbehalt bei kurzen Texten: Wenn Ihre Einreichung nur wenige hundert Wörter umfasst, ist die Vorhersage im Grunde „alles oder nichts" — das Modell trifft sie für einen einzigen Abschnitt ohne Überlappung, und ein Text, der KI-generierte und eigene Anteile mischt, kann insgesamt als KI-generiert markiert werden. Bei einer kurzen Arbeit sind die 21 % also stärker zu relativieren als bei einer langen.

Wie Sie mit Ihrer Lehrkraft darüber sprechen

Das Gespräch verändert sich, sobald Sie auf die offizielle Formulierung verweisen können.

In der eigenen Dokumentation von Turnitin heißt es, der Prozentwert des KI-Schreibindikators solle von Lehrkräften nicht als alleinige Grundlage für Maßnahmen oder als endgültige Bewertungsgrundlage verwendet werden. Das ist ein Satz, den Sie zitieren können — und er ist kein Schlupfloch, sondern die Position des Anbieters selbst.

Was Sie ins Gespräch mitnehmen: die Zahl (21 %), ihre Bedeutung (erste sichtbare Zahl oberhalb des Sternchenbereichs, kein Urteil), die Stelle (die markierten Passagen, falls Sie an den Bericht als PDF kommen) und den Mechanismus (der Wert stammt aus einzelnen Abschnitten, nicht aus dem gesamten Dokument). Die Kombination, die Sie erklären, lautet: Mein Text weist 2 % Ähnlichkeit mit veröffentlichten Inhalten auf und 21 % KI-Nähe auf einer statistischen Achse — beides kann bei einer originellen, sorgfältig geschriebenen Arbeit mit formeller akademischer Ausdrucksweise gleichzeitig zutreffen.

Bitten Sie um den Bericht, bevor Sie argumentieren. Studierende können den KI-Indikator nicht selbst sehen — nur Lehrkräfte und die Verwaltung können das —, aber Lehrkräfte können ihn als PDF herunterladen und weitergeben. So wird aus einem vagen Vorwurf eine Liste von Passagen, die Sie bearbeiten können.

Unterm Strich

Ein Ähnlichkeitswert von 2 % und ein KI-Wert von 21 % sind kein Widerspruch: Der eine misst das Kopieren, der andere die statistische KI-Nähe. Der niedrige Ähnlichkeitswert entlastet Sie nicht, und 21 % ist kein Urteil — es ist die erste Zahl, die oberhalb des Sternchenbereichs erscheint, in einem Bereich, für den die offizielle Fehlalarmrate mit unter 1 % angegeben wird. Der Wert stammt aus bestimmten Passagen, und die offizielle Leitlinie sagt, er solle nicht als alleinige Grundlage für Maßnahmen verwendet werden. Genau diese Kombination nehmen Sie mit zu Ihrer Lehrkraft: zwei unabhängige Zahlen, ein erklärbarer Mechanismus und die eigenen Worte des Anbieters auf Ihrer Seite.

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