Hat iThenticate eine KI-Erkennung? Und wie sie im Vergleich zu Turnitin dasteht
iThenticate und Turnitin kommen vom selben Unternehmen, aber die KI-Erkennung ist in beiden Produkten nicht gleich eingebunden. Wir schauen uns an, wie iThenticate-2.0-Kunden die KI-Erkennung als Add-on lizenzieren können, was der Detektor für Bypass- und Paraphrasier-Tools leistet und welche Sprachmodelle das Modell abdeckt.
HumanPen-Team
· 5 Min. Lesezeit
Die kurze Antwort
Ja, iThenticate kann eine KI-Erkennung haben, enthalten ist sie aber nicht automatisch. Die Erkennung KI-generierter Texte steht nur Kunden zur Verfügung, die Turnitin Originality lizenzieren. iThenticate-2.0-Kunden bekommen Zugang zu dieser Funktion, wenn sie Funktionen zur Erkennung KI-generierten Schreibens als Add-on lizenzieren. Nutzen Sie Turnitin Similarity, Turnitin Feedback Studio oder Originality Check, müssen Sie den Zugang mit Ihrem Turnitin-Account-Manager klären.
Praktisch heißt das: Ihre Einrichtung muss die passende Lizenz bezahlen. Wenn in Ihrem iThenticate-Konto kein KI-Hinweis auftaucht, liegt das wahrscheinlich daran, dass das KI-Add-on nicht lizenziert ist. Die Erkennungstechnik selbst ist dieselbe wie bei Turnitin, nur der Weg dorthin ist ein anderer.
Wie die Lizenzierung bei iThenticate läuft
Turnitin und iThenticate sind Produkte desselben Unternehmens. Die Erkennung KI-generierter Texte hängt an Turnitin Originality, dem Produkt für akademische Integrität. Turnitin stellt fest: „AI writing detection is only available to customers that license Turnitin Originality." (Die Erkennung KI-generierten Schreibens ist nur für Kunden verfügbar, die Turnitin Originality lizenzieren.)
Für iThenticate-2.0-Nutzer ist die Funktion zwar vorhanden, verlangt aber eine eigene Lizenz. Turnitin erklärt: „iThenticate 2.0 customers can get access to this feature if they license AI writing capabilities as an add-on." (iThenticate-2.0-Kunden erhalten Zugang zu dieser Funktion, wenn sie KI-Schreibfunktionen als Add-on lizenzieren.) Die KI-Erkennung ist also ein kostenpflichtiges Extra zum bestehenden iThenticate-Abonnement.
Nutzt Ihre Einrichtung Turnitin Similarity, Turnitin Feedback Studio (TFS) oder Originality Check, ist der Weg weniger direkt. Turnitin rät: „If you are a Turnitin Similarity, Turnitin Feedback Studio (TFS) or Originality Check customer, please speak to your Turnitin account manager regarding access to AI writing detection." (Wenn Sie Turnitin Similarity, Turnitin Feedback Studio (TFS) oder Originality Check nutzen, sprechen Sie bitte mit Ihrem Turnitin-Account-Manager über den Zugang zur Erkennung KI-generierten Schreibens.) Sie müssen das Gespräch mit Ihrem Account-Manager suchen, um herauszufinden, welche Lizenzänderungen nötig sind. Turnitin Originality, Feedback Studio und iThenticate im Vergleich zeigt, welches Produkt den Detektor enthält, bevor Sie dort anrufen.
Unterm Strich heißt das: Nicht jeder iThenticate-Nutzer hat die KI-Erkennung. Es hängt allein davon ab, was Ihre Einrichtung lizenziert hat. Sehen Sie als Studierende oder Forschende keinen KI-Wert, fragen Sie bei der Verwaltung Ihrer Einrichtung nach, ob das Add-on aktiv ist.
Erkennung von Bypass- und Paraphrasier-Tools
Innerhalb der KI-Erkennung steckt auch die Fähigkeit, Text zu erkennen, der durch KI-Paraphrasier- oder Bypass-Tools bearbeitet wurde. Solche Tools, mitunter auch Humanizer genannt, sollen KI-generierten Text so verändern, dass er der Erkennung entgeht. Turnitin stellt fest: „Furthermore, it can also identify instances where AI-generated text may have been modified by AI paraphraser or bypasser (also called humanizers) tools to evade detection." (Darüber hinaus erkennt es auch Fälle, in denen KI-generierter Text möglicherweise durch KI-Paraphrasier- oder Bypass-Tools, auch Humanizer genannt, verändert wurde, um der Erkennung zu entgehen.)
Das ist deshalb bedeutsam, weil viele Studierende und Schreibende zu Paraphrasier- oder Bypass-Tools greifen, in der Hoffnung, KI-Text menschlich wirken zu lassen. Der Turnitin-Detektor ist darauf trainiert, die Spuren zu erkennen, die solche Tools hinterlassen, nicht nur die Muster unveränderter KI-Ausgabe. Genau dieser Frage geht Erkennt Turnitin KI-Humanizer? auf den Grund.
Es gibt eine wichtige Einschränkung. Turnitin weist darauf hin: „Our AI paraphraser & bypasser detection is currently only available for English language submissions." (Unsere Erkennung von KI-Paraphrasier- und Bypass-Tools ist derzeit nur für Einsendungen in englischer Sprache verfügbar.) Ist Ihr Dokument auf Chinesisch, Spanisch oder in einer anderen Sprache verfasst, greift die Bypass-Erkennung nicht. Die eigentliche KI-Prüfung kann bei nicht englischem Text trotzdem laufen, aber die besondere Fähigkeit, eine Bearbeitung durch Paraphrasier- oder Bypass-Tools zu markieren, gilt nur für Englisch.
Für chinesischsprachige Einsendungen heißt das: Diese zusätzliche Bypass-Erkennung fehlt. Was der Basis-Detektor außerhalb des Englischen leistet und was nicht, wird in Kann Turnitin KI in nicht englischen Einsendungen erkennen? geklärt. Sie sollten nicht annehmen, dass ein Bypass-Tool bei chinesischem Text unentdeckt bleibt – nur wird dann nicht die Bypass-Erkennung der Grund für die Markierung sein.
Welche Modelle die Erkennung identifizieren kann
Turnitin veröffentlicht eine Liste der Modelle, aus denen sein Modell zur Erkennung KI-generierten Schreibens bei englischsprachigen Einsendungen Inhalte erkennen kann. Auf der Liste stehen GPT, Gemini, Claude, LLaMA, Mistral, Deepseek, Nova, Grok und o1-mini. Sie umfasst auch „tools based on these LLMs as well," (ebenso Werkzeuge, die auf diesen Sprachmodellen aufbauen), womit Anwendungen, die auf diesen Modellen aufsetzen, zum genannten Erkennungsbereich gehören. Erkennt Turnitin Claude, Copilot oder Gemini? geht dieselbe Liste Modell für Modell durch.
Turnitin merkt außerdem an: „We will continue to expand our detection capabilities to other models in the future." (Wir werden unsere Erkennungsfähigkeiten künftig auf weitere Modelle ausweiten.) Die Liste ist also nicht endgültig. Sobald sich neue Modelle verbreiten, will Turnitin sie aufnehmen.
Die entscheidende Wendung lautet „can detect content from." (Inhalte daraus erkennen kann). Das heißt: Der Detektor ist darauf trainiert, Text wiederzuerkennen, der von diesen Modellen stammt. Es heißt nicht, dass jede Passage aus diesen Modellen auffällt. Erkennung ist eine Wahrscheinlichkeitsaussage, keine Gewissheit. Das Modell vergibt Konfidenzwerte, und nur Text oberhalb eines Schwellenwerts wird markiert.
Für iThenticate-Nutzer gilt dieselbe Modellliste, weil die zugrundeliegende Erkennungstechnik mit der von Turnitin identisch ist. Hat Ihre Einrichtung das KI-Add-on lizenziert, deckt die Erkennung dieselbe Modellpalette ab.
Was tun, wenn Ihr iThenticate-Bericht KI markiert
Wenn Ihre Einrichtung das KI-Add-on hat und Ihr iThenticate-Bericht Passagen als KI-generiert markiert, konzentrieren Sie sich auf eben diese Stellen. Die Erkennung arbeitet auf Satzebene, Sie können also genau die Abschnitte ausfindig machen, die die Markierung ausgelöst haben, und sie überarbeiten.
Haben Sie bei englischem Text ein Bypass- oder Paraphrasier-Tool benutzt und wurde der Text trotzdem markiert, dann hat die Bypass-Erkennung die Bearbeitungsspuren gefunden. Am verlässlichsten ist es, die markierten Passagen mit eigenen Worten neu zu schreiben. Ein weiteres Bypass-Tool auszuprobieren, bringt kaum etwas, denn der Detektor ist auf die Muster trainiert, die solche Tools erzeugen. Ich habe KI-Text mit einer anderen KI umformuliert und Turnitin hat ihn trotzdem markiert ist genau diese Schleife in der Praxis.
Ist Ihre Einsendung nicht auf Englisch, greift die Bypass-Erkennung nicht. Die eigentliche KI-Prüfung kann Ihren Text aber trotzdem markieren. Gehen Sie die markierten Passagen durch und überarbeiten Sie sie so, dass sie Ihrer eigenen Schreibweise entsprechen.
Für berechtigte Abschnitte ist ein erneuter Durchlauf kostenlos.
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